Johari-Fenster
Selbstbild & Fremdbild: Wirksam führen
Das Johari-Fenster

Für Führungskräfte ist Selbstreflexion ein wichtiger Erfolgsfaktor. Ein bewährtes Modell zur Analyse von Selbst- und Fremdbild ist das Johari-Fenster, entwickelt 1955 von den Sozialpsychologen Joseph Luft und Harrington Ingham. Der Name „Johari“ setzt sich aus ihren Vornamen zusammen. Das Modell hilft Führungskräften, blinde Flecken zu erkennen, Vertrauen aufzubauen und eine offene Feedbackkultur zu fördern.

Grundstruktur des Johari-Fensters

Das Modell besteht aus vier Bereichen:

1. Öffentliche Person (Arena)
Eigenschaften und Verhaltensweisen, die sowohl der Führungskraft selbst als auch anderen bekannt sind, z. B. gelebte Werte, klar kommunizierte Erwartungen sowie sichtbare Stärken. Je grösser dieser Bereich, desto transparenter wirkt eine Führungskraft.

2. Blinder Fleck
Aspekte, die anderen auffallen, der Führungskraft selbst jedoch nicht bewusst sind, etwa ein dominanter Kommunikationsstil, Ungeduld unter Druck oder ablehnende nonverbale Signale. Solche unbewussten Muster können Motivation, Vertrauen und Teamdynamik beeinflussen.

3. Mein Geheimnis (Verborgener Bereich)
Informationen oder Gefühle, die der Führungskraft bekannt sind, aber nicht geteilt werden, z. B. Unsicherheiten oder Zweifel. Zu große Zurückhaltung kann Distanz schaffen, während gezielte Selbstoffenbarung Authentizität und Vertrauen fördern kann.

4. Unbekanntes
Potenziale oder Motive, die weder der Führungskraft noch anderen bewusst sind. Sie können durch neue Erfahrungen, Coaching oder Feedback sichtbar werden.

Teamentwicklung mit Adrian von Känel

Praktische Anwendung

Das Johari-Fenster zeigt, dass erfolgreiche Führung stark von Selbstwahrnehmung und Beziehungsfähigkeit abhängt. Ziel ist es, die „Arena“ zu erweitern und blinde Flecken zu reduzieren. Unterstützend wirken regelmässige Feedbackrunden, 360-Grad-Feedback, Coaching sowie Team-Workshops.

Wichtig ist: Das Johari-Fenster ist ein Reflexionsinstrument. Seine Wirkung entfaltet es vor allem in einer Kultur von Vertrauen, Offenheit und psychologischer Sicherheit.